Torsten Herbst - Neue Kraft für Sachsen
Herbst Torsten Herbst - Neue Kraft für Sachsen
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Bahngipfel bringt nur etwas, wenn Grube mit verlässlichen Angeboten im Gepäck anreist

(05.06.2012) 

Im Vorfeld des "Bahngipfels" am Donnerstag in Chemnitz fordert der FDP-Verkehrspolitiker Torsten Herbst von der Deutschen Bahn AG verlässliche Zusagen für eine bessere Anbindung Sachsens an den Fernverkehr. Er erwarte konkrete Angebote seitens der Bahn, erklärte Herbst. An dem Treffen nehmen unter anderem der Chef der Deutschen Bahn Dr. Rüdiger Grube, Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und Sachsens Verkehrsminister Sven Morlok (FDP) teil.

Im Vorfeld des Bahngipfels erklärt Torsten Herbst, verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag:

"Im Fernverkehr der Deutschen Bahn spielt Sachsen kaum eine Rolle, die Anbindung ist völlig unbefriedigend. Ich erwarte daher, dass Bahnchef Rüdiger Grube nicht mit leeren Händen nach Chemnitz kommt, sondern konkrete Vorschläge unterbreitet, wie zum Beispiel Südwestsachsen an den Fernverkehr angebunden werden kann. Ein Bahngipfel bringt nur etwas, wenn Grube mit verlässlichen Angeboten im Gepäck anreist. Weder den Bahnreisenden noch den Unternehmen ist zu vermitteln, dass beispielsweise die Wachstumsregion um Chemnitz auf der Fernverkehrskarte der Deutschen Bahn nicht zu finden ist. Auch die Verzögerungen beim Ausbau einer schnellen Strecke zwischen Dresden und Berlin sind nicht hinnehmbar, die Landeshauptstadt braucht eine zügige Verbindung nach Berlin.

Sachsen leistet einen erheblichen Beitrag zum Ausbau der Bahn-Infrastruktur hierzulande. Dazu gehören die Elektrifizierung der Sachsen-Franken-Magistrale, der Leipziger City-Tunnel und der Projektvorschlag zur Elektrifizierung der Strecke zwischen Leipzig und Chemnitz. Die Deutsche Bahn dagegen schiebt den Freistaat im Fernverkehr zunehmend auf das Abstellgleis - und das werden wir nicht zulassen. Seit der Bahnreform 1994 ist die Zahl der sächsischen Städte mit Fernverkehrsanbindung von 20 auf lediglich vier gesunken.

Auch wenn der Fernverkehr durch die Bahn eigenwirtschaftlich betrieben wird, kann es nicht sein, dass in einem Bundesland mit 4,2 Millionen Einwohnern nur noch Leipzig akzeptable Fernverkehrsangebote hat. Im Vergleich mit anderen Bundesländern wird Sachsen von der Bahn klar vernachlässigt. Wenn sich die Bahn AG für sächsische Projekte ähnlich engagieren würde, wie beispielsweise für Stuttgart 21, könnten die Fernverkehrszüge längst über ausgebaute Strecken im Freistaat rollen."